JUNIOR Interview

Von der Informatikausbildung zur Tanzschule bis zu Knigge-Seminaren. Der JUNIOR Alumnus Fabian Schuster steht seit vielen Jahren auf eigenen Füßen. Wir haben mit ihm über seine JUNIOR Schülerfirma und seine berufliche Entwicklung gesprochen.

1. Wann und mit welcher Geschäftsidee hast du dich selbstständig gemacht?

Nach meiner ersten Ausbildung zum Informatiker war ich mir nicht sicher, ob dies das richtige ist und begann deshalb eine Tanzausbildung. Schnell habe ich gemerkt, dass dies genau mein Ding ist. 2008 gründete ich dann meine eigene Tanzschule in Dieringhofen, am Anfang mit nur 3 Mitarbeiten. Ich hatte dabei viel Unterstützung von der IHK Köln in Gummersbach. Dieses Beratungsangebot kann ich Gründern auf jeden Fall empfehlen. Sechs Jahre später hatte ich dann 18 Mitarbeiter und ein gut laufendes Unternehmen aufgebaut.

2. Wie ging es dann weiter? Wir wissen, dass du heute nur noch wenige Tanzstunden als Freiberuflicher gibst und außerdem Knigge-Seminare anbietest.

Leider musste ich aus gesundheitlichen Gründen starke Einschnitte in meiner Arbeit als Tanzlehrer vornehmen. Von der Tanzschule habe ich mich dann getrennt, sodass ich seit 2015 nur noch drei Tage die Woche etwas unterrichte. Ich habe aber schon 2009 mit einer zweiten Idee angefangen, die ich bis heute verfolge. Ich startete ein Programm namens „Frage des Stils“: Dort werden in Firmen, Schulen und Universitäten Umgangsformen- und Knigge-Seminare durchgeführt.

3. Jetzt wollen wir aber auch etwas von deiner JUNIOR Zeit erfahren. Welche Erinnerungen verbindest du mit JUNIOR?

Mich beeindruckt bis heute vor allem, dass sich vier von sechs aus unserem JUNIOR Projekt selbstständig gemacht haben. Das Schuljahr hat uns viel gegeben, wir haben viel gelernt und sind sehr selbstbewusst aufgetreten.

4. Was für ein Unternehmen habt ihr damals gegründet?

Wir haben bei JUNIOR mitgemacht, währenddessen wir an einem Berufskolleg in der Ausbildung zum Informatiker waren. Da lag es nahe, unsere Firma „IT-Productions“ zu gründen. Wir haben vor allem für Kunden Webseiten erstellt. Das lief damals (2002) richtig gut, jeder wollte eine Homepage.

5. Gibt es vielleicht noch eine Verbindung zu deinem heutigen Unternehmen?

Ich war schon damals in der Schülerfirma Geschäftsführer und war das auch lange in meiner Tanzschule. Heute bin ich freiberuflich in einem Netzwerk mit anderen Freien tätig. Ich habe auf jeden Fall schon damals gemerkt, dass meine Stärken im Präsentieren liegen, weniger in der Programmierung. Diese Fähigkeit setze ich natürlich heute bei meinen Seminaren ständig ein.

6. Was ist die wichtigste Eigenschaft, um erfolgreich zu gründen?

Für mich zählen da keine Eigenschaften, denn jeder Charakter ist anders. Gründen kann jeder, der ein Ziel hat und den entsprechenden Willen. Viele arbeiten heute in Startups in Teams, da können sich alle wunderbar ergänzen.

7. Welche Tipps würdest du anderen Gründern gerne mitgeben?

Aus meiner Erfahrung habe ich vor allem gelernt, wie wichtig ein gutes Zeitmanagement ist. Ich empfehle allen, im Team für die unterschiedlichen Aufgaben Stundenkontingente festzulegen, damit es deshalb nicht zum Streit kommt. Wichtig ist auch, Arbeit und Freizeit strikt zu trennen und sich beim Arbeiten nicht ständig ablenken zu lassen, z.B. durch ein Handy. Außerdem sollte sich jeder Gründer von Anfang an eingestehen, dass Fehler okay sind. Man kann daraus nur lernen.

Insgesamt finde ich es ganz maßgeblich, dass man sich mit dem großen Ganzen immer wohl fühlt. Sobald das aus dem Gleichgewicht fällt, ist es notwendig, das eigene Tun in Ruhe zu reflektieren. Und manchmal muss man sich dann auch für Neues entscheiden.

Mehr Infos über den Alumnus und seine heutige Tätigkeit hier: www.frage-des-stils.de

Statement der IHK Köln über den Alumnus

Die Industrie- und Handelskammern beraten und unterstützen Gründer bundesweit. Angelika Nolting, Leiterin Innovation und Unternehmensförderung in der Geschäftsstelle Oberberg der IHK Köln, erinnert sich gut an den JUNIOR Alumnus und Jungunternehmer Fabian Schuster:

„Mir ist an Fabian Schuster positiv aufgefallen, dass er bereit war, Kritik anzunehmen und Verbesserungen sofort umgesetzt hat. Anfangs hatten mich weder die Idee noch der Businessplan überzeugt. Aber er hat schnell aus Fehlern gelernt, weiterhin fest an seine Idee geglaubt und alles dafür getan. Am Ende hatte er mich überzeugt. Und ich freue mich, dass auch der Erfolg ihm schließlich Recht gab.“