17.09.2019

Interview: Social Entrepreneurship als Geschäftsmodell

Was ist Social Entrepreneurship? Was unterscheidet diese Entrepreneure von anderen? Welche Ziele verfolgen sie? Fragen, die uns der JUNIOR Alumnus Daniel Bartel beantwortet. Seit seiner Schülerfirma 2003 gründete er mehrere Unternehmen und arbeitet heute 50/50 bei den Start-ups make it und sipgate. Er engagiert sich ehrenamtlich für Social Entrepreneure und spendet oder finanziert in Social Start-ups wie Fairphone oder mein-Grundeinkommen.de.

Daniel, was bedeutet Social Entrepreneurship für dich?

Social Entrepreneurship meint, gesellschaftliche, soziale und ökologische Herausforderungen mit ökonomischen Mitteln zu lösen. Man nimmt also das Mindset aus der Entrepreneurship, um mit dessen Hilfe Probleme anzugehen. Es geht dabei vorrangig um die Lösung und um die Skalierbarkeit dieser, also das jeder die Lösung adaptieren kann. Erst im zweiten Schritt steht das Wirtschaftliche im Fokus.

Warum engagierst du dich für das Thema, was ist dir wichtig?

Mein zivilgesellschaftliches Engagement und damit auch mein Interesse entwickelte sich schon zu meiner Schulzeit. Ich verbrachte viel Zeit u.a. beim Roten Kreuz und entschied mich danach für ein Studium im Dienstleistungsmanagement. Seitdem möchte ich die verschiedenen Welten näher zusammenbringen, also Wirtschaft und Gesellschaft, denn die Entrepreneure haben die Mittel, gesellschaftliche Probleme zu lösen. Social Entrepreneurship ist ein Weg zu einer nachhaltigeren und faireren Welt.

Du hast die Gründung des SEND e. V. (Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland e. V.) mitfinanziert. Welche Ziele verfolgt ihr mit diesem Verein?

Der Verein ist die Stimme der Sozialunternehmer in Deutschland. Es geht uns darum, die Sichtbarkeit dieser Unternehmern zu erhöhen und damit die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit zu steigern. Außerdem verfolgen wir das Ziel, dass die Politik die Rahmenbedingungen für soziale Unternehmer verbessert. Diese stecken in einer Lücke zwischen gemeinnützigem und normalem Unternehmen. Und wir treiben die Vernetzung der Social Entrepreneure untereinander voran.

Welchen Rat kannst du unseren Jungunternehmern mitgeben?

  1. Der beste Investor ist immer der eigene Kunde: Damit bleibt ihr unabhängig von externem Kapital.
  2. Um das zu erreichen, hilft es, das Produkt schnell zu testen und zu validieren. (Buchtipps: Das Handbuch der Startups & der Mom Test)
  3. Es kommt nicht so sehr auf die Lösung an, sondern eher auf das Geschäftsmodell. Die Entwicklung des Modells ist maßgeblich für den Impact. Als Unternehmer sollte man für neue Geschäftsmodell-Arten offen sein.  

Vielen Dank für das Gespräch!

Mehr zu Daniels Arbeit bei make it und sipgate.