21.07.2021

Interview: Rückblick mit JUNIOR Alumni Benedikt und Florian

Vor fast 20 Jahren nahmen Benedikt Porzelt und Florian Sauerwein bei JUNIOR teil und erinnern sich heute gern zurück. Florian ließ die Idee in einem studentischen Start-up sogar nochmal aufleben, Benedikt ist heute im Unterstützerkreis von JUNIOR aktiv. Wir haben mit beiden über ihre Schülerfirma, die es bis zum Europawettbewerb schaffte, und ihre Erfahrungen gesprochen!

JUNIOR: Denken wir nochmal zurück an die Schulzeit, in welchem Schülerunternehmen wart ihr denn aktiv?

Florian: Unser damaliges Unternehmen hieß STILCA. Für die Namenssuche haben wir uns bei unserem Lateinlehrer informiert, der uns das Wording etwas abgenommen hat. STILCA heißt nämlich frei übersetzt „Schuhmäppchen“.

JUNIOR: Das klingt ja ausgefallen, was genau ist denn so ein Schuhmäppchen?

Florian: Wir haben damals aus ausrangierten Schuhen Mäppchen hergestellt. Die Schuhe kamen von namhaften Herstellern wie Adidas oder Nike und wurden aufgrund von Produktionsfehlern aussortiert. Normalerweise wären die Schuhe entsorgt worden, wir haben diese jedoch für unser Produkt genutzt. So haben wir schon damals einen ökologischen Mehrwert generiert.

JUNIOR: Was waren denn für euer Team die größten Herausforderungen während des JUNIOR Jahres?

Benedikt: Zu Beginn unseres Projektes war es erstmal interessant zu sehen, wie wir uns als Klasse zusammenfinden. Beispielsweise war ich ursprünglich stellvertretender Geschäftsführer, wurde auf diesem Posten allerdings bald von Florian (Sauerwein) abgelöst, weil er eben deutlich mehr Motivation zeigte. Diese Dynamik, zu schauen, wer in welche Rolle am besten hineinpasst, war aber auch eine wichtige Erfahrung.

JUNIOR: Das hört sich ja sehr ereignisreich an, gibt es denn bestimmte Situationen, die euch bis heute im Kopf geblieben sind?

Benedikt: Ich weiß noch, dass ich beim hessischen Landeswettbewerb der STILCA-Mann war. Der STILCA-Mann war so eine Art Maskottchen mit einer großen Werbetafel.

Florian: Ich erinnere mich tatsächlich an viele schöne Dinge. Zum einen, wie das Team zusammengewachsen ist, zum anderen haben wir immer versucht, auch einen gesellschaftlichen Mehrwert mit unserem Unternehmen zu stiften. Darüber hinaus habe ich die Idee in meiner Studienzeit noch einmal etwas professioneller umgesetzt.

JUNIOR: Du hast also die Idee nochmal aufleben lassen?

Florian: Genau, es ging in der Uni wie bei JUNIOR darum, ein Startup aufzubauen. Mein Team und ich haben die Idee von STILCA übernommen und uns mit einer Behindertenwerkstatt einen Produktionspartner organisiert, der viel größere Mengen als damals produzieren konnte. Das soziale Engagement war auch hier wieder ein wichtiges Kriterium.

Eines der Highlights war eine große Messe in der Kölner Uni, in der wir und unsere 30 Konkurrenten unser Geschäftsmodell präsentiert haben. Dort hat uns die Jury zum besten Unternehmen gekürt. Angespornt von dem Erfolg haben wir dann Fördergelder beantragt und immerhin 15.000 € erhalten. Leider haben wir die Idee schlussendlich doch nicht umgesetzt und mussten die Förderung wieder zurückgeben.

JUNIOR: Was für eine spannende Story, woran ist es denn dann doch noch gescheitert?

Florian: Wir haben dann schnell gemerkt, dass man seine Prioritäten vor allem auf das Startup legen muss. Neben dem Unialltag inklusive Abschlussarbeiten hatten wir dann nicht mehr die Kapazitäten für ein Startup.

JUNIOR: Würdest du denn sagen, dass die Teilnahme bei JUNIOR dich für Entrepreneurship begeistert hat?

Florian: Definitiv. Durch JUNIOR hatte ich derart gute Erfahrungen gemacht, dass ich gesagt habe, dass ich die Wirtschaft unbedingt näher kennenlernen will.

JUNIOR: Und wie war es bei dir Benedikt?

Benedikt: Mir haben die Erfahrungen, die ich durch JUNIOR sammeln konnte, auch sehr geholfen. Ich habe vor allem den Kommunikationsbereich für mich entdeckt, was ich dann später auch studiert habe. Heute bin ich im Unterstützerkreis von JUNIOR und beschäftige mich viel mit beruflicher Orientierung an der Schule.

JUNIOR: Um nochmal auf das Unternehmertum während des Studiums zurückzukommen, was würdest du, Florian, heute jemandem raten, der/die super begeistert vom eigenen JUNIOR Unternehmen ist und die Idee beispielsweise während des Studiums weiterführen möchte?

Florian: Grundsächlich würde ich jedem zum Unternehmertum beziehungsweise Startup raten, eine gewisse Basis hilft aber meistens. Dazu gehört auch, dass man sich ein Netzwerk aufbaut. Dabei kann ein Studium oder eine Ausbildung natürlich enorm helfen. Außerdem sollte die Motivation bei der Unternehmensgründung auf keinen Fall rein monetär sein.

JUNIOR: Und was möchtet ihr den aktuellen JUNIOR Teilnehmenden sonst noch mitgeben?

Florian: Der Spaß sollte auf jeden Fall im Vordergrund stehen. Zudem sollte man nicht zu kritisch sein und Ideen gleich verwerfen. Gerade bei einer Brainstorming-Runde sollte man jede Idee zulassen. Um es zusammenzufassen: Spaß, Freude, Ideen und Kreativität könnt und solltet ihr bei JUNIOR unbedingt zulassen!

Benedikt: Da kann ich nur zustimmen, würde aber auch noch die Experimentierfreudigkeit hinzufügen.

JUNIOR: Vielen Dank für das tolle Interview und die spannenden Einblicke in eure JUNIOR Zeit!